Maskenball

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Ein feiner Herr schwebt übers Pakett

und eine Dame spielt kokett mit ihrem eingedrehten Haar

Er hält ihr die Hand zum Tanze hin.

Sie ergreift sie und lächelt,

ganz wunderbar.

Ihre Lippen so sinnlich rot ausgemalt, jede Wimper und jedes Haar perfekt in Form.

Sie strahlt aus: Ich gehöre nicht zur ungeschminkten Norm.

Ein schönes Make-up hat sie da, makellos – ganz klar!

Was mag sich unter dieser Maske wohl verbergen?

Ein Pickel, Selbstzweifel oder ein schlechter Charakter

Mein ehrliches Herz fühlt sich gleich viel nackter

Bin entblößt und möchte mich verstecken

Mich mit Buchseiten, aufrichtigen Worten zudecken

Stattdessen verfange ich mich in diesem Netz aus Lügen

Ich kann nicht anders und muss mich fügen

Man reicht mir eine Maske

Ich setze sie mir auf

Das Getanze und Getue nimmt weiter seinen Lauf

Ich stehe am Rand und schaue zu

Werd‘ das Gefühl nicht los

Ich gehör hier nicht dazu!

Theater spielen können sie gut,

doch haben sie den Mut Gerechtigkeit zu sprechen

oder reicht es, wenn die Mandanten ordentlich blechen?

Ich schaue in ihre aufgemalten Gesichter

Steckt hinter manchen bereits ein Richter

oder ein Seelenverwandter,

vielleicht ein Dichter?

Oh bitte nehmt eure Masken ab

Schaut nicht so auf mich herab

Ich würd‘ mich gern mit euch verstehen

leuchtende Augen, errötete Wangen sehen

Ihr beachtet mich nicht

genießt die Aufmerksamkeit und tretet ins Rampenlicht

Was ist das bloß für ein Menschenschlag in den ich bald hineingerat?

 

Seelenwächter: Kapitel 6

Ausgesprochenes Geheimnis

 

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In den vergangenen drei Tagen drohte mir das träge Ticken der Zeiger den Kopf zu zerbersten, wie ein Presslufthammer. Die Sekunden schlichen dahin. Ich fühlte mich, als sei ich in einem tristen Ölgemälde auf alle Ewigkeit gefangen. Allein das Bröckeln der Farbe, wäre ein Beweis für den Fortlauf der Zeit. Und irgendwann würde ein aufmerksamer Betrachter das Briefkuvert unter meiner abblätternder Kleidung entdecken. Weiterlesen

Des Zeiten Himmel

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Ich überlebte die Nacht

Sie starb in meinen Armen

ein schriller Vogelschrei stach in ihr pechschweres Herz

Der Sonnenkönig tauchte die Welt in Farben

küsste meine Schläfen

säuselte Schlaflieder

und bettete mich in ein Kokon aus Licht

zur Ruh‘

Bis die Dämmerung den Sonnenkönig köpft

und sein Haupt blutend am Horizont entschwindet.

Dann bricht die Nacht herein

Luna taucht ein Stück der irdischen Welt in gespenstisches Licht

auf der Suche nach dem Sonnenkönig,

doch findet ihn nicht

Eine Himmelsjagd beginnt,

in der ein jeder dem anderen entrinnt

Zwei Liebende

getrennt durch die Eifersucht der Zeit

auf immer und alle Ewigkeit.

 

Seelenwächter: Kapitel 5

Ungeahnte Verbündete

 

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Mein Blick musste einen triumphierenden Ausdruck gehabt haben, während Dr. Haverings Gesicht schneeweiß wurde. Nach einer Weile hatte er sich wieder gefangen. „Nun, Miss Carter, welchen Schwachsinn wollte dieses Gör Ihnen noch auftischen?“ „ Es ist kein Schwachsinn. Das dürften Sie besser wissen, als ich.“, zischte ich. „Ach ja?“ „Roxy erklärte mir an jenem Abend, dass mein Vater die geheimen Machenschaften der Regierung aufdeckte und drohte diese zu veröffentlichen, daraufhin wurde er erschossen!“ „Ich bitte Sie Miss Carter…“, der Psychodoktor lachte freudlos. Weiterlesen

Seelenwächter: Kapitel 4

Verloren

 

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Ich dachte lange über Mary nach und darüber, was sie mir unter Tränen erzählte, als sie vor zwei Monaten begann mit mir das Zimmer zu teilen. Sie hatte geweint Tag und Nacht und ich wollte nicht fragen. Es lastete bereits zu viel auf meinen Schultern. Und so ging ich zu der zierlichen blonden Gestalt und nahm sie in den Arm. Ihre Tränen durchweichten mein Nachthemd und irgendwann fing sie an von ihrem Mann George zu erzählen mit dem sie auf einer Farm etwas außerhalb von Prion lebte. Weiterlesen

Seelenwächter: Kapitel 3

Nichts ist, wie es scheint

 

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Sie war wieder in den düsteren Industriehallen. Es war dunkel. Nur hier und da tauchte der Mond den riesigen Raum in gespenstisches Licht. Die kleinen, scheibenlosen Fenster klafften, wie seelenlose Augen in den Wänden. Bei einigen wurden die Scheiben nicht gründlich ausgeschlagen. Die Rückstände wirkten wie Reißzähne und schimmerten im Mondlicht. Irgendetwas tropfte stetig. Malia beschlich ein seltsames Gefühl. Weiterlesen

Plastik, unser Lebensbegleiter?! #4

plastic-bottles-115074_640Nach zwei Dokumentationen und diversen Blogbeiträgen einer Plastik-Verweigerin, trottete ich benommen in die Küche und schaute mich um. Ich fasste mir an die Stirn und überlegte was um Himmels Willen ich hier eigentlich wollte. Ich schaute mich um und sah auf Anhieb 2 Plastikflaschen, Cocktailtomaten in der Plastikverpackung, Toastbrot in der Plastikverpackung, Tellerpfirsiche (hhmm lecker) in der Plastikverpackung. Ich öffnete den Kühlschrank: Joghurt im Plastikbecher, Möhren in der Plastikschale, Käse in der Plastikverpackung. ALLES aus Plastik! Wumms, die Kühlschranktür flog zu. Deprimiert lehnte ich mich dagegen. Nun habe ich schon 3 Artikel zum Thema Plastik geschrieben und habe immer noch nichts gelernt. Weiterlesen

Die Türkei und der Putsch – das Sorgenkind ist zu böse, um in der EU mitzuspielen

flag-1198963_64015.846 Menschen wurden seit dem gescheiterten Militärputsch am 15. und 16.07.2016 in der Türkei festgenommen. 45 Zeitungen und 16 TV-Sender wurden geschlossen. Akademiker dürfen nicht ausreisen. Junge Türken fühlen sich in ihrem Land wie Gefangene und haben Angst frei ihre Meinung zu äußern, weil dann eine Entlassung droht oder schlimmeres. Viele stellen ihren gesamten Tagesablauf um und sind sich sicher, dass Erdogan versucht eine Diktatur zu etablieren. Weiterlesen

„Die Blutschule“ – wo Menschen zu Monstern werden

Sebastian Fitzek schreibt als Max Rhode: „Die Blutschule“

„Ihr habt nie gelernt zu töten, dieses Versäumnis werden wir jetzt nachholen.“

SDC18270Simon, Mark und ihre Eltern werden in Berlin vom Pech verfolgt und beschließen in der Einöde Brandenburgs ein neues Kapitel aufzuschlagen. Kurzerhand entschließen sie sich in das Familienhaus des Vaters zu ziehen. Die Gegend ist geprägt von leuchtend gelben Sonnenblumenfeldern und dem Storkower See. Die Idylle verschleiert die düsteren Seiten der neuen Heimat. Weiterlesen