Zeit für….

6745182_434b6a7b21_nHeute habe ich endlich die letzte Abiturprüfung hinter mich gebracht und bin sehr froh darüber, denn die Lernerei hat mir nicht nur Nerven -, sondern auch Zeit geraubt. Berufstätige Menschen, oder Leute im Rentenalter können dies meist nicht nachvollziehen und schwelgen gerne in Erinnerungen aus ihrer Schulzeit – klar, man neigt eben zum Verklären. Doch bei mir sind die Erlebnisse taufrisch und glaubt mir es gibt kaum etwas schlimmeres als Prüfungen, vor allem im Frühjahr! Ich bin eben ein Naturmensch, was nicht sehr verwunderlich ist, wenn man im grünen Herz aufwächst, deswegen liebe ich es, wenn das Wetter schön ist, eine Blütenpracht soweit das Auge reicht  und die Sonne wohlwollend das kleine Stück Erde in ihre wärmenden Strahlen taucht. Mein kleines Herz riet mir in solchen Momenten sofort ein gutes Buch zu schnappen und mich auf die Bank in meinem Garten zu setzen (dort befinde ich mich übrigens gerade), direkt neben Mamas wohl duftenden Blumentopf. Natürlich schaltete sich dann mein neunmalneunkluger Menschenverstand ein und riet mir, mich mit meinem Schulzeug ins Grüne zu setzen. Selbstverständlich ist das nicht dasselbe und ich war missmutig. Es ist wohl Fakt, dass stupides Auswendiglernen für Prüfungen pure Zeitverschwendung und zuweilen qualvoll ist. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass ich es bereut hätte zu lernen, denn falls meine Prüfungen schlecht gelaufen sind, ist das zwar äußerst bedauerlich, aber wenigstens kann ich sagen, dass ich alles dafür getan habe. Na ja, fast alles zumindest. Jedenfalls will ich damit zum Ausdruck bringen, dass Lernen für die Schule auf Platz eins meiner Zeitkiller bzw Verschwender steht. Applaus bitte!

…surfen im Internet

Auch das raubt mir unglaublich viel Zeit. Aber es ist eben auch wirklich interessant zu erfahren, was die Freunde auf Facebook und Co mögen, teilen, kommentieren und ab und zu gibt man auch mal seinen Senf dazu. Richtig nervig wird es erst dann, wenn man sich auf die Suche nach einem Kleid für den Abiball begibt und einfach nichts passendes findet, zugegeben ich bin eitel, mag es eben ausgefallen und da greift wieder das altbewährte Sprichwort „Wer schön sein will muss leiden.“. Selbst bei der Kleidersuche.

…eine zusätzliche Stunde für sich, oder doch nicht?

Auch wenn mich  das lange Surfen im Internet mürbe macht, findet sich trotzdem  Zeit für eine Blogparade. In dieser wurde gefragt, was mir eine zusätzliche Stunde Freizeit am Tag wert wäre und natürlich sage ich: Sehr viel! Denn ich könnte in dieser Stunde vielleicht endlich mal wieder tanzen gehen, ein gutes Buch lesen, einfach ausspannen, einen Spaziergang machen, endlich Dinge in die Tat umsetzen, die ich mir schon ewig vorgenommen habe und, und, und. Doch seien wir ehrlich, im Endeffekt würde mir diese Stunde wieder für etwas anderes verlorengehen. Zu diesem Problem fällt mir eine Geschichte aus dem Religionsunterricht ein, wo Gott die Menschen fragte, warum sie ihren Glauben so minimalistisch ausleben und die Antwort war, dass sie nicht genügend Zeit hätten, da gab Gott ihnen eine zusätzliche Stunde. Die Menschen waren begeistert, doch genutzt wurde diese letztendlich für andere Dinge, z.B. um Überstunden zu arbeiten, damit eine höhere Zahl auf dem Konto steht. Daraufhin wurde Gott ärgerlich und schaffte die zusätzliche Stunde ab. Für alle Atheisten oder Möchtegern-Atheisten, die jetzt aufstöhnen, dieses Beispiel lässt sich auf alle Bereiche im Leben anwenden, denn man neigt dazu seine freie Zeit für Belanglosigkeiten wegzuschmeißen, z.B. für Geld. Doch was ist Geld im Vergleich zu Familie,Liebe, Gesundheit, Glaube? Ein Papierlappen, der sich leicht entzünden lässt. Man sagt stolz, dass man Überstunden macht, um sich das neuste Handy und die modernste Gucci-Tasche leisten zu können und merkt nicht, wie dieses sinnlose Stück Paier unsere Zeit frisst, ähnlich einem nimmersatten Ungeheuer. Doch irgendwie sind wir alle Untertan dieses Monsters, oder?

…geistige und körperliche Weiterentwicklung

Ich denke, dass nahezu jeder Mensch sich täglich geistig weiterentwickelt, denn durch unsere Erfahrungen, die wir machen, lernen wir. Wie heißt es so schön? Man lernt nie aus! Das fängt schon bei den banalsten Kleinigkeiten an, z.B. wenn das Frühstücksei zu hart gekocht ist und man sich denkt, dass man es das nächste mal kürzer kochen lässt; und hört beim Lesen eines Buches auf.

Mit der täglich körperlichen Weiterentwicklung sieht es da schon wieder anders aus bei mir, denn ich bin so ein richtiger Sportmuffel! Meine einzige sportliche Leidenschaft ist das Tanzen und dafür fanden mein Tanzpartner und ich in den letzten Wochen keine Zeit, aufgrund des Abiturs. Weiterhin werden sich unsere Wege, sobald das Studium ansteht bedauerlicherweise, trennen. Deshalb hoffe ich beim Studieren eine Möglichkeit zu finden, um an mein Hobby anzuknüpfen, denn Tanzen hält nicht nur in Form, sondern befreit zusätzlich den Geist und beugt Demenz vor. Ja, mit 18 sollte man daran bereits gedacht haben!

…eine Zeitreise

Es gibt so viele schöne Augenblicke, die ich am liebsten anhalten -, oder dahin zurückreisen würde, um sie noch einmal richtig auszukosten. Ein Beispiel von vielen ist die unbeschwerte Kindheit. Zusammen mit der besten Freundin jeden Tag draußen spielen und mit den Jungs einen Pakt schließen, um ihr Geheimversteck betreten zu dürfen. Einfach jeder Tag bot ein neues Abenteuer und die Welt erstrahlte in bunten Farben, natürlich tut sie das heute immer noch, aber durch Kinderaugen zu sehen fällt zunehmend schwerer und leider ist nicht mehr jeder Tag ein kleines Wunder, sondern nur noch jeder 2.,3.,4. usw.

Um diese unbeschwerte Zeit geht es auch in Mono und Nikitamans Lied,“Weit weg“ https://open.spotify.com/track/5jFW4rev1i637W4NTEgTMJ

Doch im Leben kommt es nicht darauf an, wie gut wir in Erinnerungen schwelgen können (ich meine klar darf das auch mal sein), sondern mit wie viel Leben, Liebe und Genuss wir unsere Zeit auf Erden füllen, um schlussendlich sagen zu können: „Ja, ich habe gelebt!“

„Jemand hat mir mal gesagt die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert , jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich.“ -Jean-Luc Picard-

 

Bild: Clocks at Greenwich Market von  Beachy unter CC BY-NC 2.0

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12 Gedanken zu “Zeit für….

  1. Naja. Geld ist das, womit Leute ihre Wohnung bezahlen. Ihr Essen. Ihre Ärztin. Ihren Anwalt. Ihren Urlaub. Eventuell die Ausbildung ihrer Kinder. Die Pflegekraft, die Ihnen hilft, wenn sie selbst nicht mehr können.
    Ich würde das nicht so leichtfertig herabwürdigen.

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    • Da haben Sie vollkommen recht und ich habe auch nie das Gegenteil behauptet, denn Geld ist essenziell, um unser Leben zu führen und, wie Sie bereits ausgeführt haben, sich etwas leisten zu können, aber das habe ich bereits in dem Satz „Doch irgendwie sind wir alle Untertan dieses Monsters, oder?“ verlauten lassen. Ohne Geld geht gar nichts, aber ich finde es z.B. seltsam, wenn Jemand der gutes Geld verdient immer mehr und mehr arbeitet statt lieber Zeit mit der Familie zu verbringen.

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  2. Ich denke jeder Mensch nimmt bestimmte Themen anders wahr und deswegen kann ich verstehen, dass Sie meine Gedanken nicht nachvollziehen können bzw nicht damit einverstanden sind und das ist vollkommen in Ordnung und Meinungsaustausch ist immer gut.

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    • Also ich finde den Begriff Monster schon irgendwie passend. Immerhin ist es das Geld, welches unser tägliches Leben bestimmt. Das obwohl es sicher nicht das wichtigste ist. Geld ist Mittel zum Zweck. Aber es darf unser Leben nicht bestimmen. Bei den meisten Menschen ist das aber der Fall und das ist schade. Hier greift wieder das berühmte Sprichwort: „Leben um zu arbeiten oder arbeiten um zu leben.

      Geld macht Glücklich. Aber laut Studien nur bis etwa 6000€ Monatseinkommen. Alles andere nenne ich Gier und Glücklich macht das auch nicht. Was haben diese Menschen denn, wenn sie nur arbeiten und es nicht einmal schaffen ihr ganzes Geld auszugeben?

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      • Und ungefähr das finde ich ein bisschen unglücklich.
        Wer 2.000€ monatlich verdient, kann genau so gierig sein wie jemand, der dass hundertfache verdient, und unter Umständen muss er sogar mehr dafür arbeiten.
        Und es ist ja auch nicht so, als stünde es einem Menschen zu, einem anderen zu sagen, was ihn glücklich zu machen hat. Die eine ist glücklich im Kreis ihrer Kinder und Enkel, die andere ist glücklich, wenn sie sich auf dem Heliport ihrer Yacht sonnt, und die dritte vielleicht, weil sie ihren Kindern und Enkeln materielle Sicherheit bieten kann, und so weiter.
        Es ist wie mit allem im Leben: Es konnt drauf an, was man draus macht.

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  3. Liebe Rebecca, danke für diesen tollen Beitrag. Erstmal Glückwunsch zur letzten Abiturprüfung, ich erinnere mich noch genau an dieses Gefühl von Freiheit! Ich komme lustiger Weise auch aus Thüringen (Schmalkalden) und sehne mich hier in Berlin oft nach ein wenig Grün. Ich hoffe, dass Du Dir bald wieder mehr Zeit zum Tanzen nimmst bzw. findest und sende sonnige Grüße!

    Ulrike

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    • Ich danke für diese tolle Blogparade! Ja, ich bin auch total erleichtert und froh das Abi endlich hinter mich gebracht zu haben. Es ist wirklich lustig,dass Sie aus Schmalkalden kommen, denn Verwandte von mir wohnen dort. Ich denke, dass ich den Thüringer Wald in der Großstadt auch ab und zu vermissen werde, aber dafür hat das Stadtleben andere Vorteile zu bieten. Ich danke Ihnen und hoffe auch, dass ich neben dem Studium noch Zeit für das Tanzen finde.
      Liebe Grüße
      Rebecca

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  4. Ja natürlich hat jeder Mensch andere Werte und Wege glücklich zu sein, wie sagte der preußische König Friedrich der II. so schön? „Jeder soll nach seiner Façon selig werden.“ Mir wurde nun einmal vermittelt, dass Gesundheit, Liebe, Freundschaft usw viel wichtiger sind als Geld beispielsweise. Doch wie Sie bereits gesagt haben, ist Geld natürlich sehr wichtig, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten usw, ich würde mit Geld und einer Yacht allein jedoch nicht glücklich werden. Jeder Mensch ist eben verschieden und das ist auch gut so. Für andere ist der Inbegriff für Glück jeden Monat ein ordentliches Sümmchen auf ihrem Kontoauszug zu sehen und das ist vollkommen ok, ich kann es zwar nicht verstehen und zweifle daran, dass das auf Dauer glücklich macht, aber ich toleriere es und möchte deswegen auch, dass meine Meinung toleriert wird.

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  5. Hallo Rebecca…erst einmal herzlichen Glückwunsch, dass du die Abi-Prüfung hinter dir hast, Lernen ist HART…mit diesem Beitrag sprichst du mir persönlich aus der Seele…vor allem, was die zusätzliche Stunde betrifft, das kenne ich auch allzu gut, dass man diese meist „verschwendet“, weil man die Prioritäten doch manchmal an der falschen Stelle setzt. Ich finde es zwar (mittlerweile) auch wichtig Geld zu verdienen, aber ich würde diesen Vorsatz nicht über Dinge wie Gesundheit oder Familie stellen. Schließlich kann man ja auch nur gut und effektiv arbeiten, wenn es einem gut geht…eine Balance von allem ist wichtig, und die ist nicht immer leicht zu finden…aber alles im Leben ist abhängig von der inneren Einstellung, finde ich.

    Liebe Grüße 🙂

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