Der Luchs -auf leisen Pfoten streift er durch unsere Wälder

Merkmale des Pinselohrs

8613846379_4b418a1d85_nDer Luchs ist ein großes Säugetier, welches zur Familie der katzenartigen Raubtiere zählt. Solch eine Samtpfote lässt sich durch den Stummelschwanz, ihre Hochbeinigkeit und, nicht zu vergessen, durch den Backenbart und die Pinselohren schnell identifizieren. Die dreieckigen Ohren mit den dunklen Haarbüscheln (Pinsel) dienen dabei zur Ortung des Schalls. Die Fellfärbung und Fleckung des Luchses ist individuell.

Insgesamt gibt es vier verschiedene Luchsarten. In Europa ist der Eurasische Luchs verbreitet, dieser kam auch in Deutschland vor. Er hat auffallend große Pfoten mit dichten Haarpolstern, um sich gegen die Kälte zu schützen.

Übrigens: Lynx kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Scharfsichtigkeit“, denn sein Sehsinn ist 6mal empfindlicher, als der des Menschen.

Der Luchs hatte es nie leicht

Früher war der Luchs in ganz Europa verbreitet, allerdings wurde er aufgrund seines kostbaren Pelzes und weil er als „Jagdschädling“ galt unbarmherzig verfolgt. Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert wurde das bewundernswerte Raubtier nahezu ausgerottet. Ab 1900 vollkommen.

Verhalten des Luchses

Der Vierbeiner ist ein Einzelgänger, lebt in weitläufigen Revieren und behält seinen Standort normalerweise bei. Dabei hängt die Größe seines Lebensraums davon ab, wie viel Nahrung sein Gebiet ihm hergibt. Weiterhin ist der Luchs meistens in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag aktiv, denn er passt sich in seinem Schlaf-Wach-Rhytmus an den Zyklus der Beute an.

Während der Paarungszeit verlässt in den meisten Fällen das Weibchen ihr Revier im Zuge der Partnersuche, kehrt dann aber wieder zurück und gebärt nach 67-74 Tagen ungefähr 1-4  Jungen. Dabei ist davon auszugehen, dass etwas 50% des Luchsnachwuchses stirbt.

Lebensraum

Das katzenartige Raubtier lebt vorzugsweise im Wald und fühlt sich inmitten der üppigen Vegetation wohl. Es lebt in Wohnhöhlen z.B. in hohlen Bäumen oder unter Felsspalten, also dort, wo Wind- und Regenschutz garantiert sind.

Beutespektrum des Vierbeiners

Der Luchs ernährt sich überwiegend von Rehen und Hirschen, sowie von Füchsen, Hasen und Mäusen. Das Raubtier jagt jene Tiere, die am häufigsten in seinem Revier vorkommen. Die Jagdtaktik des Luchses ist dabei altbewährt, aber dennoch effektiv. Anpirschen, Lauern und Springen bekommt bereits der Nachwuchs bis zum 10. Monat von der Mutter beigebracht. Der Luchs tötet seine Beute dabei durch einen Biss in den Hals und ernährt sich von seinem „Riss“ oft tagelang. Zwischen den Mahlzeiten deckt er seine Beute zu, um sie vor gierigen Vogelaugen oder Ähnlichem zu schützen.

Der Luchs in Thüringen

In Thüringen lebte im vergangenen Jahr eine Luchsmutter mit fünf Jungen, diese wurde jedoch kurze Zeit später tot aufgefunden. Ansonsten scheint Thüringen relativ „luchsarm“ zu sein, obwohl es zwischen zwei bedeutenden europäischen Luchsvorkommen liegt, nämlich dem Bayrischen Wald und dem Harz.

Müssen Angsthasen einen Luchsangriff befürchten?

Falls Sie ein Hase sind würde ich mich an Ihrer Stelle wirklich schnell in Sicherheit bringen, denn Sie zählen zum Beutespektrum des Luchses. Falls Sie jedoch ein menschlicher Angsthase sind, haben Sie nichts zu befürchten, denn Luchse sind scheue Tiere. Sie greifen Menschen nur dann an, wenn sie zu stark in die Enge getrieben wurden. Auch der Ruf des grausamen Würgers, der harmlose Hunde verwundet und Nutztiere reißt, ist überholt. Hunde gehören nicht zum Beutespektrum des Luchses und werden von diesem nur in äußerst seltenen Fällen angegriffen. Angriffe auf Nutztiere kommen hingegen häufiger vor, lassen sich aber, ähnlich wie beim Wolf, durch Zäune beseitigen.

NABU als Freund und Helfer des Luchses

Der Naturschutzbund (NABU) setzt sich für die Schaffung und Erhaltung großer Waldgebiete ein. NABU möchte die Errichtung von neuen Verkehrswegen, die Lebensräume des Luchses teilen würden, verhindern, oder die Errichtung von Grünbrücken bzw Querungshilfen fördern. Außerdem unterstützt NABU das Vorkommen des Luchses durch den sogenannten „Luchsaktionsplan“, eine eigene Arbeitsgruppe und nicht zuletzt durch weitreichende Öffentlichkeitsarbeit.

Ich halte es für wichtig und richtig das Vorkommen des Luchses in Deutschlands Wäldern zu fördern. Dabei ist es essenziell den Menschen die Bedenken zu nehmen. Ähnlich wie beim Wolf ist es wichtig zu wissen, dass der Luchs kein böses Tier ist.

Bild:  Lynx von Missud unter CC BY-NC-ND 2.0

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