Flüchtlinge – Probleme und Chancen

23112778642_495127bbe7_nIm Rahmen einer Blog-Parade wurde gefragt, wie die Blogger denn das Thema Flüchtlinge auffassen und um eine Diskussion anzuregen bzw meine Sichtweise darzulegen schrieb ich Folgendes:

Täglich kommen zahlreiche Flüchtlinge in Deutschland an. Einige verließen Kriegsgebiete, Andere flohen aus wirtschaftlichen Gründen, doch eines wollen sie alle: unseren Schutz! Dies ist natürlich nicht einfach und und es scheint, als ob es zum Thema Flüchtlinge nur zwei Parteien in Deutschland gäbe. Einige setzen sich für Flüchtlinge ein und andere gönnen ihnen nicht einmal das Salz in der Suppe, da sie der Meinung sind, dass Flüchtlinge den Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen, gewalttätig bzw Terroristen sind, oder irgendwelche Krankheiten einschleppen, die unsere Bevölkerung dahinrafft. Doch Vorurteile gegenüber Fremden sind auf dem ersten Blick etwas völlig normales, trotzdem  sollte man es nicht darauf beruhen lassen, sondern auf die Menschen zu gehen anstatt sich von vornherein von ihnen abzuwenden. Wie will bzw kann man über eine Menschengruppe urteilen, deren Kultur, Religion oder Werte nicht bekannt sind? Einige Deutsche beschäftigen sich gar nicht oder nicht ausführlich genug mit dem Thema Flüchtlinge, aber nehmen jede Woche bei Demos teil bzw glauben blindlings die Fakten, welche ihnen von Pegida, AfD und einschlägigen Internetseiten aufgetischt werden, weil die restlichen Medien natürlich als „Lügenpresse“ verteufelt werden. Ein solches Verhalten ist wirklich traurig und eine Gemeinschaft flüchtlings-hassender, islamfeindlicher und antidemokratischer „besorgter Bürger“, die sich auf Hass stützt ist noch bedenklicher. Eins will ich jedoch klar stellen: Ich glaube weder, dass jeder „besorgte Bürger“ ein Neonazi ist, noch glaube ich, dass jeder Flüchtling die besten Absichten verfolgt. Ich bin jedoch kein griesgrämiger Mensch, der von vornherein das schlechte in Anderen sieht, sondern versuche ein unbefangenes Kennenlernen zu ermöglichen.

Problematiken rund um die Geflüchteten

Die Unruhe in der Bevölkerung und der aufkeimende Hass sind meiner Meinung nach die größten Probleme mit denen Deutschland zu kämpfen hat, denn diese teilweise sehr tief verwurzelte Ablehnung des Fremden führt nicht nur dazu, dass Flüchtlingsheime in Brand gesetzt werden und Übergriffe auf eben jene stattfinden, sondern sorgt auch dafür, dass rechts gewählt wird. Es geht bereits schon so weit, dass Anhänger der AfD Barackenlager für Muslime (und wahrscheinlich auch für andere Flüchtlinge) in abgelegenen Gebieten fordern, wo Niemand so einfach hinein und heraus gelangt. Dies würde den Konzentrationslagern im dritten Reich gleichen und das macht mir richtig Angst, denn ich glaube kaum, dass eine Partei einfach mal so etwas daherlabert. Die Fremdenfeindlichkeit ist natürlich nicht das einzige Problem, denn es gibt auch Gewalt, die von einigen Flüchtlingen ausgeht und die Ablehnung in der Bevölkerung leider immer wieder verschärft. Ich bin kein Psychologe, um genaue Gründe für dieses Verhalten zu finden, doch eins steht fest: Es gibt überall auf der Welt Menschen mit gesteigertem Aggressionspotenzial. Sowohl in Deutschland, Russland, USA, Syrien…Deswegen sollten Einige erst einmal vor der eigenen Haustür kehren, bevor sie wegen einer Schlägerei wütend auf die Asylbewerber zeigen und sagen „Ich hab’s ja gleich gewusst.“ Weiterhin sollte man bedenken, dass Flüchtlinge aus Kriegsgebieten Erfahrungen gemacht haben, welche ein Großteil der Deutschen überhaupt nicht nachvollziehen können. Andere haben sich vielleicht provozieren lassen, aber auch das kommt in Deutschland vor. Deshalb finde ich es unerhört Flüchtlinge bei jeder Kleinigkeit zu verurteilen, so als wäre man selbst nicht schon vorbestraft (hier spreche ich von einigen Neonazis).

Ein weiteres Probleme, das rund um das Thema Flüchtlinge noch gelöst werden muss, ist eine bessere Verteilung in ganz Europa, denn es ist richtig, dass Deutschland,übertrieben gesagt, nicht alle Flüchtlinge aufnehmen kann. Es sollte der Europäischen Union meiner Meinung nach gelingen einen Konsens zu finden. Im Moment scheint es, als wäre dieser Zusammenschluss der Europäischen Staaten nicht wirklich belastbar. Ich hoffe jedoch, dass sich das Blatt noch wendet.

Als problematisch erweist sich außerdem die Unterbringung und Bildung. Die Asylbewerberheime sind oftmals hoffnungslos überfüllt (möglicherweise auch ein Grund für gesteigerte Aggressivität) und solch ein Lebensstandard trägt meiner Meinung nach nicht dazu bei sich ein Leben aufbauen zu können. Auch die Lehrer sind mit Asylbewerbern oft überfordert, da diese meist kein Deutsch sprechen, aber  sofort in den normalen Unterricht integriert werden und außerhalb der Schule Deutschkurse belegen müssen. Ich denke Deutschkurse sollten an erster Stelle stehen und dann sollte die Eingliederung in die Schulen folgen, denn einige dieser Schüler haben mit Sicherheit das Potenzial ein Gymnasium zu besuchen, doch wie soll das funktionieren, wenn sie die deutsche Sprache nicht beherrschen?

Mit Sicherheit gibt es noch weitaus mehr Fragen und Probleme, die in dieser Hinsicht auf uns zukommen werden bzw zu klären sind, doch man sollte nie vergessen, dass Deutschland ein sehr wohlhabendes Land ist und einige Menschen sollten wirklich anfangen umzudenken. Flüchtlinge sind keine Feinde, sie sind nicht bedrohlich und auch keine Belastung, sondern können durchaus als ein Chance verstanden werden.

Flüchtlinge – eine gute Perspektive

Die Zuwanderer sind eine gute Chance für unsere Wirtschaft, vor allem junge Menschen könnten auf mittel-und langfristige Sicht unsere Sozialsysteme entlasten. Experten aus der Wirtschaft sagen außerdem voraus, dass mit Hilfe der Flüchtlinge als neue Arbeitskräfte ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts vorherzusehen ist. Außerdem kommen teils sehr gebildete Menschen zu uns, z.B. aus dem medizinischen Bereich, die hier in Deutschland gebraucht werden. Ein anderer Vorteil, den ich hierbei sehe ist der kulturelle Austausch, welcher Deutschland sicher gut tun wird und mit diesem Austausch kommen neue Ideen und schließlich Innovationen zu Stande, die für jedermann von Vorteil sein könnten.

Probleme lösen

Ich denke, dass die Politik hinsichtlich des Themas Flüchtlinge nicht nur Worte, sondern auch Taten walten lassen sollte. Es gibt beispielsweise nur noch sehr wenige Menschen, die Vertrauen in unsere Bundeskanzlerin haben, die einst sagte „Wir schaffen das!“. Man sollte dies den Menschen nicht nur sagen, sondern sie auch davon überzeugen. Weiterhin wäre es vielleicht von Vorteil durch Veranstaltungen etc mehr Dialoge zwischen Flüchtlingen und Deutschen zu erzielen. Ich finde, dass unsere „besorgten Bürger“ aufhören sollten sich an  Vorurteile festzuklammern. Jeder von uns kann für ein besseres Zusammenleben der Geflüchteten und der restlichen Bevölkerung beitragen, indem er den Menschen, die Hass und Unsicherheit in sozialen Netzwerken oder auf der Straße verbreiten gezielt mit Argumenten und Fakten entgegentritt, um ihnen zu verdeutlichen, dass nicht jeder wegschaut oder ihre Meinung vertritt. Auch in der Wirtschaft ist es leider häufig so, dass Flüchtlinge abgelehnt werden, teils aus rassistischen Gründen und Vorurteilen oder weil keine Deutschkenntnisse vorhanden sind. Es ist klar, dass nicht jedes Unternehmen Deutschkurse für Auszubildende bezahlen kann, deswegen sollte auch hierfür eine Lösung von politischer Seite gefunden werden.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich die Flüchtlingsfragen entwickeln und hoffe, dass zeitnah Lösungen, auch von europäischer Seite gefunden werden und zukünftig ein friedliches Zusammenleben und eine nahezu problemlose Integration gewährleistet werden kann.

Bild: Refugees In Despair von  Aniruddha Bashar unter CC BY-NC 2.0

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