Plastik, unser Lebensbegleiter?! #1

toy-ducks-535335_640Mir tönt vom gestrigen Kinobesuch immer noch diese unerfreuliche MC Donalds Werbung in den Ohren. Ihr wisst schon, eine von der Sorte, die kleine Kinder dazu animieren soll sich mit fettigen Kalorienbomben vollzustopfen, indem angesagte Spielzeugfiguren angepriesen werden. Die Burger sind abartig, von der Werbemasche ganz zu schweigen, vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Figuren aus nicht-erneuerbaren Rohstoffen produziert werden. Dazu gehören Erdöl, Kohle und Erdgas, die in mehreren Millionen Jahren entstanden sind und nun zu sinn-und wertlosen Spielzeug verarbeitet wurden, welches nach einer halben Stunde in der Ecke und zwei Tage später in der Tonne landet. Haben die Werbemacher Burgerbrötchen vor den Augen, oder reicht das Denken nicht über den Münzenrand? Natürlich steht MC Donalds mit dieser Glanzleistung nicht alleine, wenn man die Ausmaße an Plastikverpackungen, Plastiktuben, Plastikflaschen, Plastiktüten…bedenkt. Die Reihe an Kunststoffartikeln ist schier endlos.

Was ist Plastik?

Wir existieren in einer künstlichen Welt. Nicht nur Meeresbewohner verfangen sich in Netzen aus Kunststoff und gehen zugrunde, auch die Menschen ertrinken in ihrem selbst erschaffenen Meer aus Plastik. Wenn man einmal von den Unmengen und den Auswirkungen auf Mensch und Tier absieht, fragt man sich, was Plastik ist.

Der Begriff  bezeichnet das umgangssprachliche Wort für Kunststoff und wird durch Synthese in chemischen Laboratorien hergestellt. Die meisten Kunststoffe haben die Vorsilbe „Poly-„, was „viel“ bedeutet, denn Plastik besteht aus zahlreichen, verknüpften Bausteinen. Es wird aus nicht erneuerbaren Rohstoffen hergestellt und kann grundverschiedene Eigenschaften besitzen, z.B. Formbarkeit, Bruchfestigkeit, Härtegrad, Temperatur-und Formbeständigkeit; somit kann es diverse Aufgaben erfüllen.

Entwicklung von Kunststoff

Im 17. und 18. Jahrhundert brachten Naturforscher aus Brasilien und Malaysia Kautschuk mit (aus milchigen Baumsäften gewonnene, elastische Masse). Dieser Stoff ist wahrscheinlich geläufiger unter dem Begriff „Gummi“. Mitte des 19. Jahrhunderts fand ein Aufschwung der Gummi-Industrie statt. Der Chemiker Leo Hendrik Beakeland stellte den ersten vollsynthetischen Kunststoff her, der viele Vorteile im Gegensatz zu anderen Stoffen hat. Er ist leicht formbar und in der Produktion können bereits Farben hinzugefügt werden.

Verschiedene Typen

Kunststoff lässt sich in 3 Gruppen einteilen:

  1. Thermoplaste
  2. Duroplaste
  3. Elastomere

Thermoplaste sind Kunststoffe, die sich bei bestimmten Temperaturen formen lassen. Dies findet Anwendung in der Herstellung von LEGO-Steinen.

Duroplaste können nach der Aushärtung nicht verformt werden. Zur Produktion von Schutzhelmen und Kabelbahnen wird diese Art des Kunststoffs benötigt.

Elastomere sind, wie das Wort vorgibt, verformbar. Der Stoff kann sich bei Zug- und Bruchbelastung elastisch verformen und kehrt in seine ursprüngliche Gestalt zurück. Beispiele sind Reifen und Gummibänder.

Polyvinylchlorid (PVC)

ist ein harter, spröder Kunststoff und wird durch Weichmacher und Stabilisatoren formbar. PVC ist in Fußbodenbelägen, Fensterrahmen, Rohren etc zu finden. Umweltschützer fordern ein Verbot von PVC, da bei der Verbrennung extrem giftige Dämpfe entstehen.

Polystyrol (PS)

wird auch Styropor genannt und ist eigentlich ein durchsichtiger Kunststoff. Beim Aufschäumen wird er weiß. Polystyrol ist bei hohen Temperaturen instabil.

Polyethylen (PE)

ist milchig weiß und bruchfest. Es wird u.a. für Verpackungen, Gaspedale und Gartenmöbel verwendet.

Polyethylenterephthalat (PET)

wird z.B. für PET-Getränkeflaschen verwendet, sowie zur Produktion von Haushaltsapparaten, Computern etc. Es ist leichter als Glas, transparent und hart.

Vor-und Nachteile

Plastiktüten zerfallen in 20-1000 Jahren und es ist Fakt, dass ein Großteil der Kunststoffe nicht biologisch abbaubar ist. Es gibt allerdings auch Bio-Kunststoff, welcher auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen erzeugt- und durch Mikroorganismen zersetzt werden kann.

Bestimmte Aufgaben werden durch Plastik besser umgesetzt. Zum einen ist Plastik günstiger und in einigen Fällen sogar umweltverträglicher. Fahrzeuge haben dadurch ein leichteres Gewicht und verbrauchen weniger Treibstoff.

Natürlich gibt es noch viel mehr Vor- und Nachteile, Risiken und Nebenwirkungen, Pro und Kontra, Auswirkungen auf Mensch und Natur… Darauf möchte ich in den nachfolgenden Artikeln eingehen, die immer sonntags erscheinen sollen. Dieser Beitrag soll das Startsignal einer kleinen Serie zum Thema Plastik sein. Ich denke in letzter Zeit sehr oft darüber nach, wie verschwenderisch wir mit unseren Ressourcen umgehen und bemerke die Kunststoffmassen, die uns umgeben und in unseren Meeren als Partikel oder Plastikinseln treiben. Ich finde es gibt so viel darüber zu sagen und glaube es ist wichtig darüber zu informieren, das Nachdenken und Diskussionen anzuregen.

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8 Gedanken zu “Plastik, unser Lebensbegleiter?! #1

  1. Hallo Rebecca,

    toller Beitrag! Ich finde es super, dass du ich mit diesem Thema auseinandersetzt, denn ich denke auch, dass man im Alltag Einiges an Plastikmüll sparen kann, wenn man nur weiß wie und wo.
    Bin gespannt auf mehr dazu 🙂

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  2. Pingback: Plastik, unser Lebensbegleiter?! #2 | buchstabenjongleurin

  3. Hallo Rebecca,
    bin gerade über das Schlagwort Plastik auf deinen Blog gestoßen. Finde gut, dass du das Thema ansprichst. Vielleicht könnte dich das Magazin der Naturschutzjugend interessieren. Die haben Plastik zum Jahresthema gemacht, ein ganzes Heft dazu veröffentlicht und bringen jeden Monat einen neuen Beitrag auf ihrer Website. Oh, und kennst du den fluter zum Thema? Ok, genug Empfehlungen 🙂 Eigentlich wollte ich nur schreiben, dass ich mich freue, dass das Thema auch in der Blogwelt angesprochen wird…

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