Plastik, unser Lebensbegleiter?! #2

Plastik – eine Umweltsünde

plastic-1433138_640Wir kaufen beinahe täglich Plastik, um es kurz danach im Müll zu entsorgen. Das gilt nicht nur für Plastiktüten oder Plastikflaschen ohne Pfand. Wenn ich an der Kasse des Supermarkts stehe und in meinen Einkaufswagen schaue, hat fast jeder Artikel eine Plastikverpackung und selbst das Obst und Gemüse wird in Plastik eingetütet. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und deshalb fällt den Meisten, mich eingeschlossen, die Plastikflut zunächst nicht auf. Kunststoff ist eben selbstverständlich geworden. Genau diese Gewöhnung führt dazu, dass ein Europäer im Jahr mehr als 100 Kilogramm Plastik verbraucht. Dieses Verhalten heizt natürlich die Produktion an und somit werden jährlich 280 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Dazu muss man wissen, dass Kunststoff zwar (wie im letzten Artikel erklärt) einige Vorteile gegenüber anderen Stoffen aufweist zB Belastbarkeit, Flexibilität etc, aber bis zu 500 Jahre braucht, um biologisch abgebaut zu werden. Deswegen häuft sich Plastik nicht nur auf Deponien, sondern auch in den Ökosystemen unserer Erde an. Dies hat fatale Folgen für Natur, Tier und den Endverbraucher Mensch.

Edwin Markham (Amerikanischer Poet) sagte einst:

„Alles, was wir in das Leben anderer senden, kommt wieder in unser eigenes Leben zurück.“

Die enorme Produktion von Plastik schadet letztendlich dem Schöpfer. Bedauerlicherweise haben zuerst Unschuldige darunter zu leiden und dazu zählen vorrangig Meeresbewohner. In den Ozeanen des blauen Planeten treiben 150 Tonnen Plastik und Millionen Tiere sterben jährlich daran. Einige verwechseln Plastik mit Nahrung, z.B. mit Plankton, andere verfangen sich in alten Fischernetzen und gehen zugrunde oder verletzen sich an scharfkantigem Kunststoff.

Einige von Millionen Beispielen

Im Nordosten Brasiliens werden an einem Strandabschnitt jährlich um die 150 verendeten Schildkröten angespült. Die häufigste Todesursache liegt in der Verschmutzung der Meere.  Ein massives Sterben beobachteten die Wissenschaftler bei Pinguinen. In ihren Mägen wurden Teile von Plastik gefunden. 2012 fanden Forscher im Magen eines gestrandeten Pottwals 30 Quadratmeter Plastikplane, 4,5 m Schlauch, 9m Kunststoffleine und 2 Blumentöpfe. Die Lebewesen der Meere verhungern mit vollen Mägen, denn Plastik kann nicht verdaut werden.

Die Strandreinigung von Sylt entfernt jährlich 600 Tonnen Müll. Dazu muss man wissen, dass nur Badestrände gereinigt werden. Man findet unter Anderem alte Fischernetze, die Vögel zum Nestbau verwenden. In Helgoland verenden aufgrund dessen dutzende Vögel, denn sie verfangen sich in den Netzen, können sich nicht aus eigener Kraft befreien und verhungern schließlich qualvoll. Der Sturmvogel ernährt sich von Lebewesen aus dem Meer, die an der Wasseroberfläche oder kurz darunter schwimmen. Sie verwechseln oftmals Plastik mit Nahrung und Forscher fanden bereits in zahlreichen Mägen der toten Tiere riesige Mengen Kunststoff im Vergleich zu deren Körpermasse.

Lust einen neuen Kontinent zu entdecken?

In Science Fiction Büchern und Filmen gibt es oftmals neue Länder bzw Kontinente, doch dies ist schon lange keine Zukunftsmusik mehr. Im Pazifik hat sich aufgrund von Strömungen fast ein ganzer Kontinent aus Plastikmüll gebildet. Dieser Teppich ist so groß wie Mitteleuropa und wird als „Great Pacific Garbage Patch“ (großes pazifisches Müllgebiet)  bezeichnet. An einigen Stellen im Meer gibt es 60 Mal mehr Plastik als Plankton.

Die unsichtbare Gefahr

Durch Einwirkung von Sonne, Wind und Wasser zerfällt Plastik in kleine Bestandteile, was als Mikroplastik bezeichnet wird. Diese Teilchen können giftige Stoffe aus Landwirtschaft und Industrie aufnehmen. Außerdem ist Mikroplastik so winzig, dass es von Kläranlagen nicht gefiltert wird und gelangt ins Meer, aber auch ins Grundwasser. Zur Plastikherstellung werden oft giftige Stoffe eingesetzt, um den Kunststoff feuerfest oder elastisch zu machen. Somit reichern sich Bispherol A (wirkt als Hormongift bei Mensch und Tier), Weichmacher, Flammschutzmittel und vieles mehr, in der Nahrungskette an. Sogar Bienen tragen Mikroplastik mit sich. Es schädigt das Erbgut und den Hormonhaushalt aller Lebewesen enorm.

Mikroplastik kommt außerdem in zahlreichen Kosmetikprodukten vor. Welche Auswirkungen Plastik auf uns Menschen und vor allem auf unsere Gesundheit hat, möchte ich euch im folgenden Artikel (nächsten Sonntag) erklären.

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