Libellenflügelschläge

dragonfly-873542_640Ich habe es tatsächlich gewagt! Bin von der tiefsten thüringischen Provinz nach Leipzig gezogen und habe mich mit meinem Freund, unserem Mitbewohner und Luna (unserer Katze) gut eingelebt. Ok, zugegeben ist mir die Stadt manchmal etwas zu hektisch und ich habe das Prinzip von Rad- und Fußgängerweg noch nicht so ganz durchschaut. Was soll ich sagen, ich bin eben ein richtiges Dorfkind und so wandle ich gleichsam fasziniert und gebannt durch die Leipziger Straßen – hier gibt es an jeder Ecke irgendetwas Neues zu entdecken, vor allem auf der facettenreichen Eisenbahnstraße, wo immer buntes Treiben herrscht. Als „Stadtneuling“ werden mir die schwärmenden Menschenmassen und das Stimmengewirr manchmal zu viel, deshalb erkundete ich mit meinem Freund per Straßenbahn und Rad bereits die ländlicheren Gegenden in und um Leipzig. In der vorletzten Woche, als die Spätsommersonne durch die Fenster unserer Dachgeschosswohnung krachte und unsere Hirne schmoren ließ, beschlossen wir zum Cospudner See zu fahren, um baden zu gehen. Als wir nach einer guten halben Stunde aus der noch heißeren Straßenbahn ausstiegen, war ich verblüfft plötzlich im Dorf zu sein. Hier stand ein Einfamilienhaus hübsch und brav neben dem anderen und es herrschte Stille, herrliche Stille. Google Maps führte uns vorbei an einem verlassenen Gebäude auf dessen Schornstein Vögel nisteten, an einer Trauerweide, deren Äste märchenhaft in einen See ragten. Wir liefen über eine Brücke und unter uns fuhren die Kanus dahin. Schließlich gelangten wir an unser Ziel, den Cospudner See, der erstaunlich groß ist. Wir ließen uns im klaren Wasser dahintreiben und genossen den Nachmittag bei frisch gepresstem Saft. Wir schauten den Libellen zu, wie sie übers Wasser flogen und sich am Uferrand niederließen. Später kam sogar ein Eiswagen vorbei – da konnten wir natürlich nicht widerstehen. Alles in Allem war es ein sehr gelungener Tag.

p1100400Auch gestern sollte es für uns wieder in die Natur gehen, diesmal mit dem Rad, anvisiert wurde das Schloss in Machern. Dank dem Flachland in dieser Gegend erreichten wir schnell unser Ziel. Das Schloss an sich ist eher unspektakulär, aber der Park dafür umso schöner. Die Strahlen der blassen Herbstsonne glitzerten auf dem See und die Enten schienen ihren Spaß zu haben. Schwäne durchpflügten anmutig die Wasseroberfläche. Zwei Libellen umflatterten sich liebestoll.

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Mein Freund hatte wieder die Kamera dabei und knipste fröhlich drauf los.

Natürlich kann man in dem Park auch den ein oder anderen Geocache finden. Wir hielten auf einer Bank mit perfektem Blick auf den See inne, aßen Früchte und schauten auf die spiegelglatte Wasseroberfläche hinaus. Ich war insgeheim ein bisschen stolz darauf mein Handy bewusst zu Hause gelassen zu haben, sonst hätte ich das alles sicher nicht so wahrnehmen und genießen können. Es tut so gut mal nicht erreichbar zu sein.

 

Unser Rückweg führte uns über Radwege, aber auch vielbefahrene Straßen. In den Dörfern wehten weiße Gardinen aus den Fenstern. Wieder zu Hause angekommen belohnten wir uns für die 35km Radtour mit Kuchen und Capuccino – somit haben wir die Kalorien, die wir runtergeradelt hatten sofort wieder auf den Hüften. Na ja, was solls, man muss das Leben genießen. 😉

Und so leben wir vor uns hin mit der Leichtigkeit eines Libellenflügelschlags.

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3 Gedanken zu “Libellenflügelschläge

  1. Pingback: Radtour nach Machern - Becherwürfel

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