Feminismus – Wer braucht das heute noch?! Blogparade bis zum 15.04.19

feministEs ist 2019 Frauen können frei entscheiden, welchen Beruf sie nachgehen, wen sie wählen. Sie können ihr Leben selbst in die Hand nehmen, ohne es von Ehemann, Kind oder Haushalt abhängig machen zu müssen.

Der 8. März, Internationaler Frauentag, ist nun schon ein bisschen her. Ich war in Leipzig zum ersten Mal auf der Frauentagsdemo. Es war eine bunte und vielfältige Veranstaltung und es war ermutigend zu sehen, wie viele Menschen sich für die unterschiedlichsten Themen einsetzen. Seien es gleiche Löhne, gegen Sexismus, gegen      § 219 a, für Sexuelle Selbstbestimmung, Gleichbehandlung in der Kinderbetreuung und Haushaltsführung. Wir standen Seite an Seite für eine bessere, gerechtere Zukunft, trotz aller Errungenschaften, die wir den letzten Generationen zu verdanken haben. Für eine Zukunft, in der es um Menschen geht, nicht um Geschlechter. Wir stehen ein für eine Welt, in der Frauen nicht mehr objektifiziert werden, in der wir uns alle mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen können.

Man könnte natürlich argumentieren, dass das Frauenbild der 50er Jahre doch weitgehend überholt sei und es Frauen sowieso viel besser ginge als vergangenen Generationen. Aber ist damit die Feminismusdebatte vom Tisch? Ich wurde gefragt, warum ich auf die Frauentagsdemo ging, hier meine Antwort:

Mir fällt auf, dass ich als junge Frau mit eigener Meinung immer wieder anecke. Dabei geht es nicht etwa um politische Diskussionen oder konstruktive Kritik an meinen Aussagen und Ansichten. Nein, mit „anecken“ meine ich das Reduziertwerden auf mein Geschlecht. Ja, ich bin eine Frau und es gibt offenbar Menschen da draußen, die trotz der Gleichberechtigung von Mann und Frau nach dem Grundgesetz, der Auffassung sind, die Meinung einer Frau habe nicht den gleichen Wert. Unzählige Male las ich unter politischen Beiträgen oder Kommentaren von Frauen, dass sie doch gerade ihre Tage hätten oder nur mal wieder richtig durchgenommen werden müssten. Natürlich könnte man das einfach ignorieren und die meisten tun das auch. Warum sollte man mit Menschen diskutieren, die ihre Anonymität missbrauchen, um das Netz mit sexistischen Kommentaren vollzumüllen. Aber fängt es nicht genau hier an? Jener Sexismus, den fast jede Frau auf die ein oder andere Art in ihrem Leben bereits erfahren musste? Wird er nicht geschürt in heimischen Wohnzimmern, hinter Rechnern und dann rausgetragen auf die Straße, auf die Wege, auf denen ich gehe, auf denen wir Frauen gehen, und uns unwohl fühlen, weil wir verdammt noch mal Bock darauf hatten den kurzen Rock und die Overknees zu tragen, weil wir uns für das luftige Sommerkleid oder die Hotpants entschieden haben. In erster Linie ist es nur ein Kleidungsstück, wir fühlen uns wohl darin. Aber einige Herren kapieren wohl nicht, dass es eben nur genau das ist: Ein Kleidungsstück und nicht automatisch eine Einladung zum Gaffen und Anfassen. Ich bin angeekelt, wenn mich ein Mann im Vorbeigehen auffällig mustert und sich dabei lasziv über die Lippen leckt. Ich fühle mich abgewertet, wenn sich zwei Kerle in der Straßenbahn lautstark darüber unterhalten, ob ich „heiß“ sei. Ich fühle mich wehrlos, wenn ich auf einem Konzert mit Bier überschüttet und anschließend mit „du bist geil“ angemacht werde. Was gibt euch verdammt noch mal das Recht dazu meinen Körper zu bewerten oder übergriffig zu werden?

Ich denke jede Frau hat solche Situationen in der ein oder anderen Form schon einmal erlebt. Einen ausführlichen Beitrag über meine Erfahrungen zum Thema Sexismus findet ihr hier.

Mit diesem Artikel möchte ich dazu aufrufen eure Erfahrungen und Ansichten, egal ob Bloger_in oder Leser_in zum Thema Feminismus zu teilen. Mit Scarlet von thelittledemonmesblog redete ich neulich über Sexismus und die Schuldigkeit der Frau in unserer Gesellschaft. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es noch viel mehr Menschen da draußen geben muss, die das Thema umtreibt. Deswegen möchte ich diesen Beitrag nutzen, um zu einer Blogparade der etwas anderen Art aufzurufen. Da das Thema Feminismus sehr vielschichtig ist, für Jede und Jeden eine eigene Bedeutung hat, werde ich hier gar keine Vorgaben machen oder Fragen stellen, wie es bei Blogparaden üblich ist. Die Demo hat mir gezeigt, was im Alltag oft vergessen wird, dass wir uns solidarisieren müssen mit Frauen die diskriminiert, schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen, sich um einen Pflegefall kümmern usw.

Also ja: Feminismus ist nach wie vor ein Thema von Relevanz!

Wenn dich das ebenso beschäftigt, dann schreibe doch einen Artikel (falls du keinen Blog hast auch gerne einen Kommentar) darüber, was Feminismus für dich bedeutet oder welche Erfahrungen du mit den angesprochenen Themen gemacht hast.

Hinterlasse anschließend unter diesem Artikel einen Kommentar mit dem Link zum Beitrag, damit ich alle eingegangenen Beiträge nach dem 15.04.19 auswerten kann.

Ich freue mich über eine rege Teilnahme!

Beste Grüße,

Rebecca

Bild: „feminist“, b0red, https://pixabay.com/de/vectors/feministin-feminismus-frauenrechte-2923720/

 

 

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9 Gedanken zu “Feminismus – Wer braucht das heute noch?! Blogparade bis zum 15.04.19

  1. Pingback: Situationen aus dem Alltag als Frau | buchstabenjongleurin

  2. Pingback: Feminismus – Wer braucht das heute noch?! - Blogparade.net

  3. Du eckst mit deiner Meinung nicht an, weil du eine Frau bist bzw. auf dein Geschlecht reduziert wirst.
    Du eckst mit deiner Meinung an, weil du dummes Zeug von dir gibst.

    Gefällt mir

  4. Pingback: Miau! Eine #Blogparade zum #Feminismus //2082 | breakpoint

  5. Pingback: Feminismus auch heute noch wichtig - Becherwürfel

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