Seelenwächter: Kapitel 15

Auf Messers Schneide

Zuvor

auf MÜber Prion und die umliegenden Wälder senkte sich die Dunkelheit an jenem Sommerabend gleich einer Dunstglocke. Drückend und voll betörender Düfte. Während sich in der Stadt kalte Augen auf die Häupter der Nachtwandler senkten und jede Ecke Ohren hatte, verschluckte der Wald die Schwärze und wurde so eins mit ihr. Der Hauch eines Flügelschlags über den Baumkronen, das Knarzen der Bäume im Wind, das leise Zirpsen der Grillen an jenem Sommerabend. Hier und da rieselte das Mondlicht auf den moosbedeckten Waldboden. Alles im Schutze der Blätter und Nadeln, die wie eine Festung, das am Boden befindliche zu verhüllen schien. So bewahrte sie auch die Ankömmlinge. Fahrzeugtüren öffneten sich. Obskure Gestalten boten ihrer Begleitung die Hand zum Aussteigen an. Ein Meer aus Raben, gefallenen Engeln, blutdurstigen Huren, Untoten, Gefangenen und ihren Gebietern formierte sich. Düster wogte die Masse aus dunklem Tüll, Masken und Leder den Waldweg entlang. Sie unterhielten sich im Flüsterton, lachten und feixten nervös. Einige warfen verstohlene Blicke über die Schulter oder zu den Seiten. Mit Herzklopfen traten sie auf die mondbeschienene Lichtung. Hier war sie also, die Ruine der Villa De Lacy . Bröckelnde Säulen und Mauerreste wurden in ein gespenstisches Licht getaucht. Weiterlesen

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Seelenwächter: Kapitel 14

Entscheidungen

Entscheidung

Koko sprang vom Bett auf. „Mon Dieu! Früher ‚aben die Herren noch angeklopft, um mit den Damen zu reden“, bemerkte sie aufgebracht. „Für Förmlichkeiten ist jetzt leider wirklich keine Zeit.“ „Was immer du auch vorhast, Malia braucht Zeit um gesund zu werden.“ Ich saß auf dem Bettrand und beobachtete fasziniert, wie die entschlossenen Blicke zwischen Epheus und Koko hin- und herflogen. Bevor ich mich versah packte mich Epheus am Oberarm. Weiterlesen

Seelenwächter: Kapitel 12

Schweig

schweigWie aus weiter Entfernung vernahm ich das Geräusch von Absätzen. Klack, klack. Erster Schritt, zweiter Schritt. Klack, klack. Das paar Schuhe musste jetzt direkt vor mir stehen. „Was für eine Sauerei“, sagte eine männliche Stimme. Dr. Havering? „ Ich glaube sie ist so weit, aber verpassen Sie ihr vorsichtshalber eine Spritze. Ich habe keine Ahnung, ob das Miststück nur simuliert. Und sie da, gucken Sie nicht so, als hätte ich Ihnen Ihre Großmutter als Weihnachtsbraten serviert. Es ist nur ein bisschen Blut, ok? Also bringen Sie ihn auf die Krankenstation.“ Weiterlesen

Seelenwächter: Kapitel 9

Berausche dich und du bist frei!

aMir blieb keine Zeit mich von dem Schock zu erholen. Sie hatten Sheyla geschnappt. Sie war hier bei mir. Das bedeutete sie könnten auch die anderen haben; Roxy, Charlie, Elijah, Luciana…Ich konnte keinen weiteren Moment still sitzen und tigerte stattdessen in der Zelle umher. Sheyla weckte das nicht auf. Sie schlief tief und fest. Entweder sie hatten ihr die Giftspritze verpasst oder sie war erschöpft von der Flucht. Weiterlesen

Seelenwächter: Kapitel 8

Sheyla

forest-1281259_640Ich wachte auf  dem Boden meines Zimmers auf. Meine Umgebung wirkte merkwürdig grell. Ich kniff die Augen zusammen und versuchte mich aufzusetzen. Sofort durchfuhr ein stechender Schmerz meinen Kopf. Ich stöhnte. Beim Versuch aufzustehen sah ich in Richtung des Bettes von Mary und stellte fest, dass dieses belegt war. Ein zusammengekauerte Frau wandt mir den Rücken zu. Irritiert rieb ich mir die Augen, doch die Gestalt verschwand nicht. Mit ihrer zierlichen Figur und den fuchsroten Haaren erinnerte sie mich an Sheyla. Weiterlesen

Kapitel 7: Seelenwächter

Schwarze Tinte auf weißem Papier

sdc18297Stimmen drangen von allen Seiten an meine Ohren. Es roch nach modrigem Holz, Desinfektionsmitteln und verbrauchter Luft. Das Kuvert auf meiner Haut bewegte sich mit jedem Atemzug auf und ab. Mein Puls raste und mir war abwechselnd heiß und kalt. Was würde passieren, wenn man mich mit dem Brief meines Vaters erwischte? Er war schließlich Märtyrer der verbotenen Rebellenbewegung. Weiterlesen

Seelenwächter: Kapitelübersicht

 

Kapitel 1: Das Verhör

Kapitel 2: Blaue Murmeln

Kapitel 3: Nichts ist, wie es scheint

Kapitel 4: Verloren

Kapitel 5: Ungeahnte Verbündete

Kapitel 6: Ausgesprochenes Geheimnis

Kapitel 7: Schwarze Tinte auf weißem Papier

Kapitel 8: Sheyla

Kapitel 9: Berausche dich und du bist frei!

Kapitel 10: Alte Bekannte

Kapitel 11: Zwiespalt

Kapitel 12: Schweig

Kapitel 13: Aus Glas

                                                        Kapitel 14: Entscheidungen

                                                   Kapitel 15: Auf Messers Schneide